Namibia

Bericht über das  Projekt Schulhaus- und Hostelneubau in Namibia

 

Bau eines Schulgebäudes mit drei Klassenräumen sowie Speisesaal und Hostel für die Primary School in Ombaka

 

Projektpartner vor Ort: Kaokoland e.V.


Hintergrund:

Das Projekt befindet sich am Dorf Ombaka in der Kunene-Region an der Grenze zu Angola. Hier ist eines der letzten frei und traditionell lebenden Völker angesiedelt, die Ovahimba, zu den Herero gehörend. Die Entfernung von Windhoek beträgt ca. 900 km.

Bei den Ovahimba besteht zunehmend der Wunsch, ihre Kinder zur Schule zu schicken und auch die Kinder selbst möchten gerne zur Schule gehen. Ebenso legt die Regierung Wert darauf, die Ovahimba als archaisch lebende Gemeinschaft in die Sozialgemeinschaft einzugliedern, zu fördern und zu bilden.

Die Himba und auch einige Zemba-Kinder haben Schulwege von bis zu 20 Kilometern, so dass sie an der Schule schlafen müssen. Es wäre zu weit, den Weg jeden Tag zu laufen. Die Kinder schliefen auf dem nackten Erdboden, zugedeckt mit Lumpen, d.h. im Sommer sämtlichen Gefahren ausgesetzt, wie Schlangen, Skorpionen und Ungeziefer, im Winter bei Temperaturen zwischen +5 Grad und Minusgraden oder bei Regen.

Es gab für die 128 Schüler in Ombaka in den Klassenstufen 0 (Vorschule) bis 3 nur einen einzigen Klassenraum. Somit waren die Kinder auch beim Lernen unter freiem Himmel. Es gab notdürftige, aus Ästen gebaute, Hütten als Sonnenschutz. 

Betreut werden die Kinder von fünf Lehrern.

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung ist abzusehen, dass sich die Schüleranzahl in Ombaka in den kommenden Jahren noch weiter erhöhen wird.

Die namibianische Regierung ist derzeit finanziell nicht in der Lage, Schulneubauten durchzuführen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich dieses Projekt in einer der unterentwickeltsten Regionen Namibias befindet, wo hauptsächlich die bis vor kurzem noch nomadisierenden Ovahimba ansässig sind.

Falls in Zukunft wieder Investitionen des Staates im Schulsektor geleistet werden können, werden diese mit höchster Wahrscheinlichkeit im Ovamboland erfolgen (Ovambo = staatstragendes Volk in Namibia, höchster Bevölkerungsanteil).

Der Schulneubau für die 128 Kinder in Ombaka ist inzwischen - finanziert durch die Spendengelder aus Mertingen - fertiggestellt und in Betrieb genommen.

Der Bau des Schulgebäudes besteht aus 3 Klassenräumen und einer Küche mit Speiseraum/Aufenthaltsraum. In diesem Aufenthaltsraum können sich die Kinder außerhalb der Unterrichtszeiten aufhalten und lernen und sind vor Wind und Wetter sowie den Tieren geschützt.

Auch das weitere Projekt, die Errichtung eines Hostels mit Sanitärtrakt, in dem die Kinder übernachten  und unter hygienischen Bedingungen aufwachsen können, konnte inzwischen fertiggestellt werden.

Die offizielle Einweihung der Schule fand im Mai 2019 im Rahmen einer VHS Delegationsreise statt.

 

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