Namibia1

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

 

in der Überzeugung, dass Bildung mit das Wichtigste ist, um Fluchtursachen zu beseitigen, hat sich der Mertinger Gemeinderat entschlossen, die Finanzierung eines Schulprojektes in Namibia mit Spendengeldern zu übernehmen.

 

Bei einem persönlichen Treffen mit Dr. Gerd Müller, dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, brachte es Dr. Müller unmissverständlich zum Ausdruck: Die Menschen in Afrika werden sich von derzeit 1.2 Milliarden bis zum Jahr 2050 auf 2.5 Milliarden mehr als verdoppeln. Europa kann die Probleme und Fluchtursachen nicht lösen, indem es in großem Umfang die Flüchtlinge aufnimmt. Europa muss vor Ort helfen, damit die Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive haben. Auch wir Mertinger möchten dazu einen Beitrag leisten.

 

Wir haben in Namibia mit Geldern aus Mertingen eine Schule gebaut, um dort den Kindern eine Zukunft zu geben. Denn Schulbildung ist die Grundlage für eine Ausbildung und Ausbildung wiederum ist die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Wer Schreiben und Lesen gelernt hat, kann sich seine eigene Meinung bilden, kann bestehende Ungerechtigkeiten hinterfragen und kann sich einbringen, um nutzbringende Veränderungen herbeizuführen. Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft führen zu einem Bewusstseinswandel und zu Verhaltensänderungen. Insbesondere den Mädchen könnten in der Schule andere Rollenmuster angeboten werden als die derzeit in Afrika vorherrschenden, wo zu einer Frau auch viele Kinder gehören.

 

Natürlich ist sich der Gemeinderat bewusst, dass dies nur ein kleiner Beitrag ist. Aber wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen, so dass sich auch andere Kommunen angesprochen fühlen und ebenfalls Hilfe vor Ort leisten werden. Wenn wir es mit vereinten Kräften nicht schaffen, den Menschen Afrikas eine Zukunft zu ermöglichen, dann werden diese weiterhin in Richtung der vermeintlichen „Wohlstandsinsel Deutschland“ aufbrechen …

 

Der Schulbau und auch der Bau des Hostels sind inzwischen erfolgreich abgeschlossen, die Schulkinder haben angemessene und hygienische Schlaf- und Waschunterkünfte. Sowohl beim Schulbau als auch beim Hostelbau arbeitete die Gemeinde Mertingen mit der Stiftung „Fly & Help“ (www.fly-and-help.de) zusammen, die sich auf den Bau von Schulen in Entwicklungsländern spezialisiert und bis heute über 150 funktionierende Schulen errichtet hat. Der Gründer und Vorsitzender der Stiftung, Reiner Meutsch, unterstützte uns nach Kräften. Ihm und seinem Team unterliegen Kontrolle und Dokumentation, alle Spenden kommen 1:1 den Projekten zugute, da alle anfallenden Kosten der Stiftung von Reiner Meutsch privat getragen werden oder durch Sponsoren abgedeckt sind. Die Schule wurde von ortsansässigen Baufirmen unter Beteiligung der Dorfgemeinschaft gebaut, die Partner vor Ort sind bewährte und streng ausgewählte Organisationen, wie z. B.: die Welthungerhilfe, Plan Deutschland e. V., etc., die den Bau begleiteten und beaufsichtigten. Die Stiftung FLY & Help wurde regelmäßig in Form von Berichten und Fotomaterial über den aktuellen Baufortschritt versorgt und war damit in den Bauprozess eingebunden

 

 

 

 

 

 

 

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